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Die kölschen Vokale

Wer Kölsch nicht als „Muttersprachler“ spricht und gelernt hat, tut sich schwer mit den vielen Nuancen dieser Sprache. Um Kölsch für jeden einigermaßen verständlich zu schreiben, brauchte es mehr als die 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets. Ich denke da vor allem auch an die Vielfalt der kölschen Vokale. Allgemein bekannt sind fünf Vokale, nämlich a, e, i, o, u, so wie im Hochdeutschen. Aber die Kölschen verwenden sie anders, als es in der hochdeutschen Sprache üblich ist. So kennt man zum Beispiel im Hochdeutschen zwei verschiedene „o“, ein langes geschlossenes und ein kurzes offenes:

Motor, Opa - langes, geschlossenes o,
Ochse, Orgel - kurzes offenes o.

Die kölsche Sprache aber kennt vier verschiedene "o". Zu den aus dem Hochdeutschen bekannten kommen noch das kurze geschlossene und das lange offene o. Da bekommt man beim Schreiben von ganz alleine Probleme.

Stohl (Stuhl), Hohn (Huhn) - langes geschlossenes o,
Stohl (Stahl), Hoon (Horn) - langes offenes o,
Offer (Opfer), Ovve (Ofen), - kurzes offenes o,
bovve (oben), Botter (Butter) - kurzes geschlossenes o.

Das ist für Nichtkölner sehr kompliziert. Ähnlich wie beim "o" sieht es im Kölschen mit dem "e" aus! Da erkennt man ein

kurzes, geschlossenes e in Hetz (Hitze)
kurzes, offenes e in Hätz (Herz) und Hetz (Hetze)
langes, geschlossenes e in Heez (Hirsch)
langes, offenes e in Kääz (Kerze).

Neben diesen "normalen" Schwierigkeiten kommt noch erschwerend die nachlässige, ja liederliche Aussprache der Kölner hinzu. Mitunter ist es nicht hörbar, ob das Gegenüber gerade ein "i" oder ein "e" formuliert. Da gibt es nämlich noch einen Buchstaben dazwischen, dan man überhaupt nicht schreiben kann!! Wenn z.B. etwas "ganz großer Mist" ist, ist es dann "Driss" oder "Dress"? Wer dann in Köln als "Fremdsprachler" auftritt, bekommt echte Probleme. Auch der Unterschied zwischen "ü" und "ö" ist so marginal, dass man einen neuen Buchstaben erfinden müsste.

© Alexander Stock