Home

 

Kölsche Vokale

Das kölsche "g"

Du Ei

Die Artikel

Ich ben - do bes

Fazit

Düxer Klaaf

Jedeechte, Rümcher un Verzällcher us Kölle

 

 

Gedanken über unsere kölsche „Muttersprache“

En Köln am Rhing ben ich gebore,
ich han, un dat litt mir em Senn,
ming Muttersproch noch nit verlore;
dat eß jet, wo ich stolz drop ben.

So fängt das Lied „Heimweh nach Köln“ von Willi Ostermann an, und jeder Kölner singt es mit Inbrunst und Tränen in den Augen. Und jedes Mal überkommen mich dann Zweifel, ob es tatsächlich so ist, dass wir unsere Muttersprache noch nicht verloren haben. Als Willi Ostermann dieses Lied im Jahr 1936 geschrieben hatte, sprach man in Köln anders als 50 Jahre vorher und 50 Jahre nachher. Viele Textbeispiele belegen das.

Zur Zeit glaube ich, wieder einen solchen „Sprachwandel“ zu erleben. Nach meinem Gefühl geht gerade viel von der Originalität unserer „Muttersprache“ verloren. Wie kommt so etwas?

Nun, eine lebende Sprache ist immer gewissen Veränderungen unterworfen. Zum einen, weil sich Dinge eben verändern, zum anderen auch, weil die Sprache durch Hinzugezogene mit anderen Sprachen vermischt oder durch gesellschaftliche Prozesse, den Zeitgeist und/oder die Medien beeinflusst wird.

Ich möchte an dieser Stelle auf das Lied „Unsere Stammbaum“ von den Bläck Fööss hinweisen. Geschrieben hat es der am 2.12.2011 verstorbene Texter und Komponist Hans Knipp.

In diesem Lied geht es um die Menschen, die über die Jahrhunderte nach Köln gekommen sind, um hier zu leben, diese Stadt mit aufzubauen und weiter zu entwickeln. Und sie waren alle hier: Mit den römischen Stadtgründern kamen Legionäre aus allen damals bekannten Ländern hierher. Köln war eine bedeutende Hansestadt, wodurch Menschen aus allen Teilen Europas nach Köln kamen. Auch der 30jährige Krieg hat seine Sprachspuren hinterlassen. Nicht zu vergessen die 20 Jahre, in denen Köln eine französische Stadt war. So findet man im Kölschen Wörter u.a. französischer, niederländischer, flämischer, spanischer, italienischer, russischer, lateinischer und türkischer Herkunft. Und da passt der Refrain des Liedes über den kölschen Stammbaum:

Su simmer all he hinjekumme,
mir sprechen hück all dieselve Sproch.
Mir han dodurch su vill jewonne.
Mir sin wie mer sin, mir Jecke am Rhing.
Dat es jet, wo mer stolz drop sin.

Die Veränderungen, die heute in der kölschen Sprache vor sich gehen, sind allerdings anderer Natur. Ich beobachte eine stärker werdende „Verflachung“ der Sprache, eine Nivellierung zum Hochdeutschen hin, weg vom Eigenständigen. Außerdem hat der Kölner eine seltsame Angst, vom Rest der Welt nicht verstanden zu werden… Im weiteren verwende ich den Begriff „Kölner“ für die, die in Köln leben und sich hier wohlfühlen und den Begriff „Kölsche“ für die Kölner, die kölsch reden, schreiben und denken.

Auf der linken Seite können Sie verschiedene Artikel zum Thema aufrufen. 

© Alexander Stock