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Düxer Klaaf

Jedeechte, Rümcher un Verzällcher us Kölle

 

 

Fazit

Das Rheinische ist als Volkssprache weiter verbreitet als das Kölsche, und das merkt man überall. Ganz Schlaue nennen es auch „Adenauer-Kölsch“. Pech ist nur, dass von Konrad Adenauer (erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland) kein einziges Tondokument bekannt ist, auf dem er auch nur ansatzweise Kölsch spricht. Adenauer sprach fließend rheinisch. Auch Willi Millowitsch sprach bei den im Fernsehen übertragenen Theaterstücke kein Kölsch. Das war Rheinisch, vielleicht hier und da versetzt mit kölschen Brocken.

Für fremde Ohren mag das Rheinische gefälliger klingen als das Kölsche. Das ist Hochdeutsch, gesprochen in einem eigenartigen Tonfall unter Verwendung des kölschen „g“, welches, je nach Stellung im Wort, als „j“ gesprochen wird.

Kölsch: Ich ben jester en der Stadt jewäs un hann mer en Botz jekauf.

Rheinisch: Ich bin jestern in de Stadt jewesen un hab mir ne Hose jekauft.

Die Veränderungen, die die kölsche Sprache in den letzten Jahren erfahren hat, weisen den Weg vom Kölschen weg hin zum Rheinischen. Das merkt man an verschiedenen Dingen. So wird aus "do" das bekannte "du", aus "em" wird "im" und aus "ben" wird "bin". Immer mehr alte kölsche Wörter verschwinden und werden durch "eingekölschte" hochdeutsche Wörter ersetzt. So verschwinden die französisch-kölschen Wörter wie Paraplü, Trottewar, Bajaasch, Plavum (Plafong), Klör und werden durch Rejenschirm, Bürjersteich, Jepäck/Familie, Deck(e) und Färv (Farbe) ersetzt. Andere Wörter verschwinden, weil es die Dinge, die sie beschreiben nicht mehr gibt. Jebünn, ein Wort aus dem mittelhochdeutschen und niederländischen, dass einen Holzdielenfußboden bezeichnet, kennen heute selbst die Älteren kaum noch. Hier heißt es einfach Foßboddem, wobei das "m" inzwischen schon durch ein "n" ersetzt wurde.

Völlig abgewöhnt haben sich inzwischen die Kölner den "pluralis majestatis" in der Anrede. Aus "Hatt ehr ens ene Euro?" wurde das rheinisch eingefärbte "Hamse ma nen Euro?" Nur der Kölsche, also der, der Kölsch denkt und schreibt, hält an der alten Form fest. Die allgemeine Hinwendung vom Kölschen zum Rheinischen hat auch mit der irrwitzigen Angst zu tun, man könne den Kölner "draußen" nicht verstehen. Selbst als reine "Karnevalssprache" hat Kölsch inzwischen "ausgelitten"! Ach, hätten wir doch an dieser Stelle etwas mehr von den Bayern!!!!

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass immer, wenn ein TV-Stück in Köln "spielt", alle deutschen Volksstämme vertreten sind, bloß die Kölner nicht? Da gibt es z.B, den "Tatort" aus Köln mit Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt. Beides sind waschechte Westfalen! Genau wie der Hauptdarsteller der Soko Kölsch. Selbst Willi Millowitsch als Kommissar Kleefisch bemühte sich um astreines Hochdeutsch. Der sprach so gestelzt, dass man seine Herkunft nicht mehr erahnen konnte. Bei den kleinsten Nebenrollen kann man es als Jubeltag verbuchen, wenn da mal rheinisch gesprochen wird. Kölsch? Komplette Fehlanzeige!

Angeblich soll Kölsch als Sprache noch von ca. 1 Million Menschen gesprochen werden. Ich halte das für eine typisch kölsche Übertreibung. In besonderer Verantwortung sehe ich die, die mit der kölschen Sprache Geld verdienen: Liedermacher, Textdichter und Schriftsteller. Eigentlich sollten das die Hüter der Mundart sein. Leider erwecken die bei mir den Eindruck, als ob es ihnen völlig egal sei, was sie wie schreiben. Was da an kölschen Texten unterwegs ist, spottet jeder Beschreibung. Ich habe den Eindruck, dass einige nicht wissen, was sie sprechen oder schreiben. Dabei ist Kölsch doch die einzige Sprache der Welt, die man auch trinken kann. Am Ende bleibt wohl nur das Trinken….

© Alexander Stock