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Düxer Klaaf

Jedeechte, Rümcher un Verzällcher us Kölle

 

 

Ich ben em Bett

Um das Maß voll zu machen, kennt der Kölsche auch noch mehr Personalpronomen als der Hochdeutsche. Dort weiß man über "ich, du, er/sie/es, wir, ihr, sie" gut Bescheid. Im Kölschen ist das ein wenig anders. Hier unterscheidet man:

ich,do, hä/se (sei)/et (it), mer (mir), ehr, se (sei).

Die in Klammern gesetzten Pronomen bezeichnen dabei einen ganz bestimmten, hervorgehobenen Personenkreis. Beispiel: Gestern waren wir (mit der Klasse) in der Stadt. Dabei sind wir (nämlich nur Peter, Klaus und ich) ins Kino gegangen. Werden die Klammerwörter nicht übersetzt, heißt es auf Kölsch: "Jester wore mer en der Stadt. Dobei wore mir em Kinema." Außer für "wir" im Hochdeutschen verwenden die Kölschen das "mer" auch als Übersetzung von "man". Beispiel: So etwas tut man nicht = Esujet deit mer nit.

Eine besondere Behandlung erfährt im Kölschen die persönliche Anrede. Allgemein wird behauptet, der Kölner duze jeden und jedermann. Das kann ich so nicht sagen. Vielleicht rührt das daher, dass  man in der Anrede den "pluralis majestatis" anwendet - also eine Art besonderer Höflichkeit. So sagt Frau Meyer zu Frau Müller: "Hatt ehr ald jehoot, dat... (Habt Ihr schon gehört, dass...), Die Antwort: "Dat kann ich üch sage" (Das kann ich Euch sagen). Das gilt allerdings nur für die Anrede, von sich selbst spricht der Kölner niemals im Plural. Leider wird das nicht überall so verstanden, sondern eher als plumpe Anbiederung.

Weiterhin gibt es eine Veränderung des „Do“ zum „Du“ im Kölschen. Seit Menschengedenken heißt es „Do bes Kölle“, neuerdings ist daraus „Du bes Kölle“ geworden. Daneben verschwindet die Form "ist“ des Verbes "sein" in seiner kölschen Art. Bisher konnte man im Kölschen das Wort „es“ finden, wo es im Hochdeutschen „ist“ heißt. Die Schreibweise war dabei durchaus unterschiedlich. Man fand „eß“, „ess“ oder „es“, je nachdem in welcher Zeit der Text geschrieben wurde. Heute geht die Tendenz zum „is“, welches man auch im Englischen oder im Rheinischen findet.

Eine Verwandlung erfahren zur Zeit auch die Präpositionen „in“ und „im“, im Kölschen „en“ und „em“. Willi Ostermann schrieb „En Köln am Rhing ben ich gebore…“ Heutige Texter würden wohl „In Köln am Rhing…“ schreiben. Ebenso ergeht es den „Blome em Jade“, die man heute als „Blome im Jade“ bezeichnen würde.

© Alexander Stock